Kosten- und Leistungsrechnung an der HAW Amberg-Weiden
Vorwort zur KLR-Einführung
Hochschulen gelten leider nicht selten als wenig unternehmerisch und als Objekt staatlicher Bevormundung. Gefordert werden daher im Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung in Forschung und Lehre vor allem Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Vergleich sowie Rechenschaftslegung und Effizienz hinsichtlich ihres Ressourceneinsatzes und der daraus entstandenen Leistungen.
Um dies jedoch leisten zu können, benötigt die Hochschule ein Instrument zur Planung, Steuerung und Kontrolle –> die Kosten- und Leistungsrechnung. Die Einführung der KLR wurde u. a. aus diesen Gründen im „Innovationsbündnis Hochschule 2008“ zwischen dem Freistaat Bayern und den Bayerischen Hochschulen (11. Mai 2005) vereinbart.
Einige Ziele der KLR
- Stärkung des Kostenbewusstseins durch Kostentransparenz (mit Hilfe auf Benutzer zugeschnittener Berichtssysteme)
- Entscheidungsunterstützung des Hochschulmanagements
- Darlegung des Ressourcenverbrauches
- Unterstützung einer Budgetierung
- Ermöglichung von Benchmarks
- Unterstützung von Make or Buy - Entscheidungen
Einführung an unserer Hochschule
Die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung (auf Vollkostenbasis) erfolgt in kleinen Schritten. Die Veränderungen sollen für alle Mitarbeiter überschaubar bleiben.
Kosten- und Leistungsrechnung versus Kameralistik/Mittelbewirtschaftung
Die KLR wird an unserer Hochschule die bestehende Kameralistik nicht ersetzen, sondern sie um eine weitere Sicht ergänzen (--> erweiterte Kameralistik). Die bisherige Mittelbewirtschaftung wird es weiterhin in ihrer Form geben. D.h. die KLR wird z.B. nicht in der Lage sein, Ihnen Informationen über Ihre tatsächlichen Kontenstände zu geben (hierfür gibt es das Mittelbewirtschaftssystem).
Sie will statt der Ein- und Ausgaben die Kosten und Leistungen der einzelnen Einheiten (z.B. eines Labors/Studiengangs) erfassen und deutlich machen wo, für was und wofür die Mittel eingesetzt werden (= Schaffung eines Leistungsbezugs). Dazu gehören auch die Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten (wie kalk. Abschreibungen/Mieten) und die Umlage zentraler Bereiche. Somit können die tatsächlichen Kosten unserer Produkte und Dienstleistungen (sowohl intern, als auch extern) ermittelt werden.
Wichtig ist, dass die Kosten- und Leistungsrechnung (Wo entstehen welche Kosten und wofür?) nicht mit der Mittelbewirtschaftung (Was ist mein tatsächlicher Kontenstand?) vermischt bzw. verwechselt wird.
Nach Etablierung der Kosten- und Leistungsrechnung kann diese u. a. eine Budgetierung an unserer Hochschule unterstützen, denn eine saubere Budgetierung/Planung wird in der Zukunft durch die immer stärker werdende finanzielle Selbstverantwortung der Hochschulen unabdingbar.
Außerdem kann nach Abschluss der KLR-Einführung ein benutzerfreundliches Berichtssystem für die unterschiedlichen Interessensgruppen unserer Hochschule aufgebaut werden, was sich sowohl der Daten der Kosten- und Leistungsrechnung als auch der des Mittelbewirtschaftungssystems bedient. Somit werden den Verantwortlichen in der Zukunft eine einfachere und übersichtlichere Mittelüberwachung und die Auswertung von zusätzlichen Informationen aus der Kosten- und Leistungsrechnung ermöglicht. Langfristig kann ein Informationstool geschaffen werden, was monetäre und nicht-monetäre Kenngrößen miteinander kombiniert und benutzerorientierte Berichte/Informationen liefert.
Erste Meilensteine werden sein:
- Definition der Kostenstellen und –träger der HAW Amberg Weiden
- √ schrittweise Umsetzung in 2007
- Testbetrieb des Einsatzes der Kostenarten und neuen Kostenstellen und –trägern im Fachbereich MB/UT --> KLR - relevante Buchungen in der Haushaltsabteilung
- √ seit Juni 2007
- Ausweitung auf alle anderen Fachbereiche
- √ seit November 2007
- Beginn mit HAW-weiter Verbuchung von Primärkosten im KLR-System
- √ ab 01.01.08
- Einbindung von kalkulatorischen Mieten in die KLR
- √ seit November 2009
- Durchführung von ersten Verteilungen/Umlagen im Controlling-System
- √ ab Dezember 2009
Start mit nächsten Schritten:
- Weiterentwicklung von Berichtssystemen/Einrichten einer Serverlösung zum individuellen Abruf von Haushalts- und KLR-Daten durch die Verantwortlichen
- Anpassungen im Inventarisierungssystem
- Aufnahme auch nicht-monetärer Daten in das KLR-System/Schaffung von Schnittstellen --> Hinentwicklung des Controlling-Systems zu einem breiten Informationstool und Verknüpfung unterschiedlicher Informationsquellen
- Ständige Anpassung/Weiterentwicklung des bestehenden Systems
Quellen: KLR Informationen der Universität Freiburg, KLR-Fachkonzept der Bayerischen Fachhochschulen



