Klagen über Stofffülle

Ja, es gibt sie: Klagen darüber, daß der Stoff (angeblich) viel zu viel sei, daß man als Student bei uns viel zu viel lernen müsse, usw.

Zu den Fakten, die (bzw. deren eigene Interpretation) ich mir nicht verkneifen kann:

Pro Semester sind 30 ECTS-Punkte vorgesehen, im Jahr also 60. Jeder ECTS-Punkt entspricht einer Arbeitsbelastung von 30h. Insgesamt sind das also 1800 Arbeitsbelastung im Jahr. Würde man jetzt einfach gesehen 52 Wochen im Jahr kontunierlich durcharbeiten, so käme man auf eine komfortable Wochenarbeitszeit von 34h/Woche. Nun gibt es Ferien (in denen man auch fürs Studium etwas tun darf), geht man also im Semester von 16 Vorlesungswochen und 2 Prüfungswochen aus, so ergibt das 36 Arbeitswochen im Jahr (52-36 sind übrigens 16 Wochen, somit etwa 4 Monate „Urlaub“), so kommt man auf nicht mehr ganz so komfortable 50h/Woche. Ehrlich gesagt, das ist viel, wenn man sich nebenbei um alles mögliche zu kümmern hat, vielleicht lange Anfahrten einkalkulieren muß, etc., es ist aber weniger, als ich (und auch die meisten meiner Kollegen) in der Industriezeit und/oder in der Forschung pro Woche gearbeitet haben.

Fazit zur Stofffülle

Für mich ergibt es folgendes Fazit:

  1. Wer ernsthaft studiert, ist weder unterbeschäftigt noch faul und braucht die ganze Woche zum Studieren.
  2. Wer Handicaps hat, wie eine anstrengende Familie, lange Anfahrstrecken, oder gar für Lebensunterhalt oder Studiengebühren nebenbei und/oder in den „4Monaten Urlaub“ arbeiten muß, ist sicher nicht zu beneiden und verdient alle Unterstützung!
  3. Studiengebühren: Meine Meinung kann man sich denken! Ich bin aus einer technisch/wissenschaftlichen Vereinigung u.a.ausgetreten, weil die sich einerseits für Studiengebühren stark gemacht hat, anderseits aber den Fachkräftemangel jedes Jahr 1x beklagt.
  4. Weniger Stoff: das geht nicht, weder formal, noch inhaltlich.